Mehr Last als Lust?

Neulich in der Eifel. Ich kannte weder die Gegend noch das Revier. War der Einladung eines Freundes gefolgt, der noch „nachjagen“ musste. Ich hatte keine besonderen Erwartungen, außer, bei traumhaften Puderzuckerschnee und Mond auf dem Nachtansitz vielleicht ein paar Sauen zu sehen – und vielleicht einen Frischling zu schießen. Es kam ganz anders. Schon beim Angehen sah ich eine große Rotte Sauen, die sich langsam, durch mich aufgemüdet, den Hang hochtrollte. „Verdammt“, dachte ich und hastete zu meinem Platz, 200 Meter weiter oben. An der „Kirrung“ angekommen, musste ich feststellen, dass es gar keine Kirrung gab. Fast ebenso schnell erkannte ich, dass die flüchtigen Sauen nicht die letzten Krea-turen in jenem Wald gewesen waren. Nach einigen Stunden im Mondlicht hatte ich sage und schreibe sechs Rotten Schwarzwild vorgehabt. Bei keiner einzigen davon schien ein einziger Frischling zu fehlen. Es mussten an die 100 Sauen gewesen sein, von denen ich zu wenige zum Bleiben überreden konnte.

Liebe Leser, das erste Mal, seitdem ich Saujäger bin, bekam ich es mit der Angst zu tun. Und diese Angst wurde nicht kleiner, als man mir sagte, dass in diesem Revier kein einziges Korn Futter verabreicht wird. Und die Angst wurde nicht kleiner, als man mir sagte, dass das nächste Maisfeld 50 Kilometer entfernt läge. Und sie wurde nicht kleiner, als ich die exorbitanten Wildschäden auf den Wiesen in dem großen Pachtrevier sah. Es war zum Fürchten. Langsam, ganz langsam sickerte durch, was ich schon so oft gehört, aber nie für voll genommen hatte: die Sauen sind mancherorts eine wahre Plage geworden. Das Gejammere der Jäger ist nicht vorgeblich, kein Feigenblatt, um üppig hegen zu können. Nach drei satten Vollmastjahren in Folge gibt es in der ganzen Eifelregion mehr Schwarzwild als jemals zuvor. Und so sehr sich die örtlichen Jäger auch abmühen, die Bestände zu senken: solange keine Kaltwetterperiode oder ein aufkommender Fraßmangel ihnen dabei helfen, können sie nicht einmal den jährlichen Zuwachs abschöpfen. Und mit jedem Knall auf eine Sau am Mondansitz wird das dortige Rotwild etwas nachtaktiver. Und mit jeder Minute, die es in die Dickung verbannt wird, wird ein weiterer Stamm geschält oder ein Trieb verbissen. Ein übles Dilemma also. Wie lässt sich das lösen? Patrick Rath, Berufsjäger aus der Wittgensteinschen Rentkammer Berleburg rät dazu, die Kirrjagd in Waldrevieren komplett einzustellen (S. 36). Er empfiehlt, die richtigen Meuten einzusetzen, um den Sauen bei gut organisierten Drückjagden effektivst auf die Schwarte zu rücken. Denn nur tagaktives und ansonsten geschontes Wild ließe sich von den sensiblen Dickungen und Aufforstungen weglenken – auf die Wildäcker und Randstreifen. Ein provokanter Gedanke. Aber auch ein abwegiger Gedanke? Macht die Einzeljagd auf Sauen im Wald überhaupt Sinn? Lassen Sie uns darüber diskutieren.

Viel Waidmannsheil wünscht

Lucas von Bothmer
Chefredakteur SAUEN und JÄGER

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