Ein saumäßiger Herbst

Es deutete sich an, nun ist es unübersehbar. Die letzten Winter wäre allesamt ein Witz. Die Paarungszeit des Schwarzwildes ist – im Unterschied zu der aller anderen Wildarten – kein Saisongeschäft mehr. Wir beobachten die dritte Eichelmast in Folge, insbesondere die Solitäreichen in der Feldflur tragen landauf, landab Früchte bis zum Bersten. Dies führt nicht nur dazu, dass viele Sauen die Kirrungen kaum noch annehmen; nein, es führt auch zu winterlicher Gewichtszunahme, welche wiederum zu erhöhter Fruchtbarkeit führt. Vom Maisanbau ganz zu schweigen. Feiste Sauen laufen aus dem Frühjahrswald in den gelben Raps, von den Rapsstoppeln in den grünen Mais, von den Maisstoppeln unter die Eichen, von den Eichen in die Wintereinstände. Saujagd ist vielerorts Segen, mancherorts Fluch – und nie war sie nötiger als heute.

Diese simplen Zusammenhänge, liebe Leser, sollte jeder von uns im Schlaf her- unterbeten können. Denn sie sind wichtig, wenn man sich rechtfertigen muss. Für angebliche Futterexzesse, hohe Bestände oder grüne Kirrverbote. Es ist mehr als fraglich, wie der Saujäger in einer Zeit deckungsreicher Feldwirtschaft und des Klimawandels da Einfluss auf die Frucht- barkeit des Schwarzwildes nehmen soll.

Sehr wohl aber kann er Einfluss auf seine Reduktion nehmen. Und dabei kann er viel falsch machen, oder eben auch eine Menge richtig. Daher haben wir dieses Heft der Mondjagd gewidmet. Diese ist – nicht nur in wildschadensgeplagten Feldrevieren – ein elementares Werkzeug zur Schwarzwildbejagung. Und sie macht, richtig ausgeübt, große Freude. Man mag den dabei zur Verfügung stehenden, zahl- reichen, technischen Novationen sehr kritisch gegenüberstehen. Das ist unser gutes Recht. Und niemand ist gezwungen, mit modernster Technik seiner Passion nachzugehen. Aber man sollte nicht verurteilen, was man nicht kennt. Da wären zum Beispiel die Wärmebildkameras, welche sich zum Suchen in der Feldflur bei Nacht und Nebel besser eignen als jeder Restlichtverstärker. Oder die neuen Zielfernrohre mit 8-Fach-Zoom, welche keinen Jäger zu riskanten Schüssen verpflichten, sehr wohl aber jedem Jäger ein erhöhtes Maß an Zielgenauigkeit ermöglichen.

In einer Zeit, in der wir als Jäger das erste Mal in der Geschichte wohl die Zahl von 700.000 erlegten Sauen knacken dürften, sollten wir uns jedoch nicht über Stilfragen streiten. Wir haben in Deutschland kein Schwarzwildproblem, sondern erleben den Siegeszug einer faszinierenden Wildart, die uns immer wieder vor neue Herausforderungen stellt. Wir sollten keinen Vernichtungsfeldzug gegen die Sauen führen, aber gleichzeitig scharf eingreifen, um das Vordringen der russischen Schweinepest einzudämmen. Die Wissenschaftler sind sich einig: Solange die Epidemie noch nicht bei uns ist, müssen wir die Bestände sinnvoll reduzieren. Dafür müssen wir in die Frischlingsklasse scharf eingreifen (siehe S. 46), dafür brauchen wir immer wieder neue Ausrüstung (siehe S. 20) und natürliche kulinarische Anreize, wie auf Seite 60. Wir hoffen, Sie finden in diesem Heft neue Erkenntnisse, neue Ideen und neue, ungebrochene Jagdlust vor.

Viel Waidmannsheil wünscht

Lucas von Bothmer
Chefredakteur SAUEN und JÄGER

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